Reform der Pflegeberufsausbildung wird Mecklenburg-Vorpommern stärken

Berlin, 09.03.2016

Nicht nur als Gesundheitsland Nr. 1 will Mecklenburg-Vorpommern glänzen, auch die Anzahl der Geburten im Vergleich zur Sterberate liegt leicht über dem bundesdeutschen Durchschnitt. Nichtsdestotrotz treffen auch unser Land die Auswirkungen des demografischen Wandels, insbesondere im ländlichen Raum.

 

Obwohl 2015 deutlich mehr Kinder geboren wurden als Mitbürgerinnen und Mitbürger verstorben sind, droht unserer Gesellschaft eine allgemeine Überalterung, die eine größere Anzahl von Pflegebedürftigen mit sich bringt. Bundesweit wird ein Fachkräftemangel in der Pflegebranche von 500.000 Pflegefachkräften im Jahre 2030 prognostiziert.

 

Um dem zu begegnen, plant die Bundesregierung eine grundlegende Reform der Pflegeberufe. Das zuständige Bundesgesundheitsministerium veröffentlichte jüngst Eckpunkte zur Vorbereitung des Entwurfs eines neuen Pflegeberufsgesetzes. 

Bislang sind die Ausbildungsberufe zum/r Altenpfleger/in, Krankenpfleger/in und Kinderkrankenpfleger/in strikt voneinander getrennt, was neben einer frühen Entscheidung der Ausbildungswilligen auch finanzielle Unterschiede für diese mit sich bringt. Mit dem Pflegeberufsgesetz ist angedacht, diese verschiedenen Berufszweige zu einer generalistischen Ausbildung zusammenzuführen.

 

Trotz zahlreicher kritischer Stimmen aus der Gesundheits- und Pflegebranche ist auch der Gesundheitspolitiker Dietrich Monstadt von der geplanten Generalistik überzeugt: „Durch die zunehmende Verschmelzung der bisher getrennten Berufsfelder sind diese kaum mehr zu unterscheiden. Eine lediglich formale Trennung schon bei der Wahl des Ausbildungsberufes engt die künftigen Pflegefachkräfte in ihren Entfaltungsmöglichkeiten ein. Zugleich entspricht sie nicht dem aktuellen Kenntnisstand der Pflegewissenschaften.“

 

Ebenfalls begrüße er die angedachte Erhöhung der Durchlässigkeit der Pflegeberufsbranche. Durch eine Ausbildung zur Pflegeassistenzfachkraft würde Ausbildungswilligen mit einem Hauptschulabschluss eine entwicklungsfähige Perspektive ebenso geboten werden wie Abiturientinnen und Abiturienten, denen auch ein akademischer Abschluss nicht verwehrt bleiben dürfe.

 

 

„Unser Land erlebt einen tiefgreifenden demografischen Wandel, der vollkommen neue Herausforderungen für uns bereithält. Gerade der Osten Deutschlands spürt bereits jetzt, welche negativen Auswirkungen der Mangel an hinreichend qualifiziertem Fachpersonal bei steigender Anzahl Pflegebedürftiger auf die Qualität der Pflege hat. Mecklenburg-Vorpommern kann durch die geplante Reform der Pflegeberufe nur gewinnen. Gerade hier brauchen die pflegebedürftigen Menschen in ländlichen Regionen eine qualitativ hochwertige Betreuung, die nicht von Termindruck und Niedriglöhnen negativ beeinflusst werden darf“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt abschließend.