Gefährliche Unterschiede bei Diabetes-Maßeinheiten

Berlin, 11.02.2016

Was bedeutet ein Umzug von Würzburg nach Schwerin oder umgekehrt? Zuerst einmal ein Umzug von West nach Ost bzw. von Ost nach West. Doch für Diabetiker kann er auch gesundheitliche Risiken mit sich bringen.

 

Weltweit ist die Messung des Blutzuckers in Millimol pro Liter (mmol/l) üblich und entspricht somit dem Internationalen Einheitssystem. In Deutschland finden jedoch zweierlei Einheiten Anwendung: In Ost-Deutschland wird die Größe Millimol pro Liter (mmol/l) genutzt, im Westen des Landes dagegen Milligramm pro Deziliter (mg/dl oder mg%). Beide Angaben sind unterschiedliche Maßeinheiten für eine gleiche Messgröße: Die Konzentration des Zuckers im Blut.

Nach Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation liegt ein guter Blutzuckerwert zwischen 3,9 und 6,2. Bei dem im Westen angewendetem mg/dl allerdings zwischen 70 und 110.

 

„Das gefährliche dabei ist, dass im Alltag die Einheit nicht angegeben wird. Der Wert 25 bedeutet in Millimol beispielsweise starken Überzucker, in Milligramm ist dieser Zahlenwert allerdings alarmierend niedrig. Verwechslungen können zu äußerst gefährlichen Situationen in der Behandlung der Stoffwechselerkrankung führen. Eine falsche Dosierung des Insulins kann für einen an Diabetes Erkrankten lebensbedrohlich sein“, gibt der selbst insulinpflichtige Typ-2 Diabetiker und Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt zu bedenken.

Um dennoch beide Werte vergleichen zu können, ermöglichen mathematische Formeln eine Umrechnung. Auch gibt es Tabellen, die beide Maßeinheiten gegenüberstellen.

 

 

„Nichts desto trotz ist es wichtig, auf die Unterschiede hinzuweisen. Über 25 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung sollte eine flächendeckende, einheitliche Maßeinheit schon längst vorhanden sein. Das dies noch nicht der Fall ist, ist ein unzumutbarer Zustand für alle Betroffenen. Hier kann das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Ich appelliere insbesondere an sachkundige Organisationen und Selbstverwaltungspartner, sich schnellstmöglich für eine Vereinheitlichung der Maßeinheiten einzusetzen. Nur so kann eine möglichst hohe Lebensqualität für alle von Diabetes Betroffenen erreicht werden“, so der CDU-Gesundheitspolitiker Dietrich Monstadt abschließend.