Der Bundestag hat heute das "Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz) beschlossen                    

Berlin, 04.12.2015

Die Digitalisierung ist schon längst in unserem Alltag angekommen und hat bereits zahlreiche unserer Lebensbereiche grundlegend verändert. So ist es beispielsweise nicht mehr nötig, sich in Geschäften in einer langen Schlange anzustellen. Heute genügen ein paar Klicks und schon liegt, von Schuhen bis hin zu Autoreifen, alles schnell und bequem im Warenkorb eines Online-Versandhandels.

Auch im Gesundheitswesen bietet die Digitalisierung zahlreiche Möglichkeiten, bleibt bisher aber weitgehend ungenutzt. Das Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen, kurz E-Health-Gesetz, will diese Lücke nun schließen. Ziel ist es, die Chancen der Digitalisierung für die Gesundheitsversorgung zu nutzen und schneller hilfreiche Anwendungen im Versorgungsalltag zu ermöglichen.

Ein Schwerpunkt des Gesetzes ist u.a. ein einheitlicher digitaler Medikationsplan. Dieser soll sowohl verschreibungspflichtige als auch nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel und ggf. relevante Medizinprodukte enthalten.

„Ein Medikationsplan, der eine digitale Übersicht mit allen Informationen über die vom Patienten angewandten Arzneimittel enthält, sorgt für mehr Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie. Noch immer sterben mehr Menschen an unerwünschten Wechselwirkungen von Medikamenten als im Straßenverkehr. Der digitalisierte Plan setzt genau an dieser Stelle an und kann dies ändern“, macht der CDU-Bundestagabgeordnete Dietrich Monstadt deutlich.

Ab Herbst 2016 soll jeder, dem mindestens drei Medikamente gleichzeitig verordnet werden, einen Anspruch auf einen Medikationsplan haben. „Vor allem für ältere und allein lebende Menschen kann dies eine echte Unterstützung sein“, so der Abgeordnete.

Ein weiterer Fortschritt und enormer Vorteil für die Patienten ist die im Gesetz vorgesehenen Möglichkeit für Ärzte, im Falle eines Unfalls direkt von der Gesundheitskarte auf Notfalldaten, wie beispielsweise vorhandene Allergien oder Blutgruppe, zugreifen zu können. „Durch eine schnelle ärztliche Erfassung der überlebenswichtigen Notfalldaten können in Sekunden Leben gerettet werden“, bekräftigt der Gesundheitspolitiker Dietrich Monstadt.

Auch soll der Ausbau und die Förderung der Telemedizin weiter ausgebaut werden. Diese ermöglicht es, unter Einsatz audiovisueller Kommunikationstechnologien trotz räumlicher Trennung medizinische Dienstleistungen anzubieten. „Gerade in den ländlichen Gebieten Deutschlands bestehen hohe Herausforderungen an eine flächendeckende Versorgung. So auch in Mecklenburg-Vorpommern. Der angestrebte Ausbau der Telemedizin kann hier viele Verbesserungen bringen. So könnte zum Beispiel bei einem Schlaganfall noch in der Notaufnahme ein Schlaganfallexperte über eine Videokonferenz für die Behandlung zugeschaltet werden und direkt überspielte Computertomographie-Bilder des Patienten könnten innerhalb weniger Sekunden zur Verfügung stehen. Mit der Nutzung dieser Möglichkeiten können räumliche Barrieren überwunden und Patienten schnell und wirksam geholfen werden. Auch dann, wenn der Experte nicht direkt nebenan wohnt“, betont der CDU-Bundestagsabgeordnete.

 

„Wir sollten nicht davor zurückschrecken, die Digitalisierung im Gesundheitswesen weiter voranzutreiben. Die handfesten medizinischen Vorteile des E-Health-Gesetztes sind Chancen, die zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger auch genutzt werden sollten“, erklärt Dietrich Monstadt abschließend.