Jetzt Diabetes-Tsunami stoppen! Weltdiabetestag am 14. November 2015

 

Der 14. November ist Weltdiabetestag. Dieser ist, neben dem Weltaidstag, der zweite offizielle Tag der UN, der einer Krankheit gewidmet ist. Der Weltdiabetestag soll zum Anlass genommen werden, bundesweit auf die noch heute so oft unterschätzte Erkrankung Diabetes mellitus aufmerksam zu machen. 

Mit über 6 Mio. Betroffenen ist Diabetes die größte nicht übertragbare Volkskrankheit in Deutschland. Herzinfarkt, Erblindung, Nierenversagen und Amputationen sind nur einige der schwerwiegenden Folgeerkrankungen, die der Diabetes mit sich bringt.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern nimmt die Erkrankung dramatische Ausmaße an: In einem Zeitraum von fünf Jahren ist z.B. die Zahl der bei der Barmer GEK Versicherten, die an Diabetes-Typ 2 erkrankt sind, um 35 % gestiegen. Erschreckend dabei ist, dass auch die Zahl an Diabetes erkrankten Kindern und Jugendlichen kontinuierlich zunimmt. Lebensstilbedingte Ursachen, wie mangelnde Bewegung und falsche Ernährung, sind dafür die Hauptursache.

 

Der CDU-Gesundheitspolitiker und zuständige Berichterstatter seiner Fraktion für Diabetes und Adipositas, Dietrich Monstadt, zeigt sich sehr besorgt über die Situation: „Wenn jetzt schon ein dreijähriges Kind an Typ-2 Diabetes erkrankt, ist für mich klar: Wir alle, die gesamte Gesellschaft, haben versagt. Es kann nicht sein, dass Kinder stundenlang vor dem Computer sitzen und zocken oder dauerhaft auf ihrem Smartphone rum tippen, anstatt draußen an der frischen Luft z. B. Fußball zu spielen. Wenn dann noch die Tüte Chips und Pommes dazu kommen, ist das Risiko, an Diabetes mellitus zu erkranken, extrem hoch.“

Der Weltdiabetestag wird von zahlreichen Veranstaltungen begleitet, die auf die chronische Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus aufmerksam machen sollen und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Gesunde Ernährung“.

 

Die Gesellschaft ernähre sich oft von zu kalorienreichen, aber wenig sättigenden Lebensmitteln: Zu viel Salz, zu viel Zucker, zu viel Fett. Hinzu komme, dass die Industrie diese ungesunden Produkte auch gezielt an Kinder vermarkten. Dies nimmt Dietrich Monstadt zum Anlass, auch in Richtung der herstellenden Industrie den Finger zu heben: „Wenn sich die produzierenden Unternehmen von stark zuckerhaltigen Lebensmitteln oftmals mit gezielt zugeschnittenen Werbebotschaften an Kinder und Jugendliche richten können, müssen wir politisch Verantwortlichen uns Gedanken darüber machen, ob und wie wir auch hier gesetzgeberisch tätig werden müssen.“ Ein Verbot von gezielt an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung mit ungesunden Produkten oder die Einführung einer Zucker-/Fettsteuer schließt Monstadt nicht gänzlich aus.

 

Den Schlüssel, um den „Diabetes-Tsunami“ aufhalten zu können, sieht der Gesundheitspolitiker aber eher im Bereich der Prävention und Aufklärung. Hier sei es besonders zielführend, auch bei Kitas und Schulen anzusetzen. „Wenn man richtiges und gesundes Ernährungs- sowie Bewegungsverhalten bei jungen Menschen von vornherein anerzieht, werden sie sich vielleicht ihr Leben lang daran erinnern, gerade dann, wenn sie selbst Verantwortung tragen“, betont Monstadt. Er fordert im Besonderen vier Doppelstunden Sport pro Woche, die Einführung eines Gesundheitsmoduls im Lehrplan sowie Mindeststandards bei der Kita- und Schulverpflegung.

 

Mitte des Jahres wurde dazu im Deutschen Bundestag das Präventionsgesetz verabschiedet, dass insbesondere Prävention und Gesundheitsförderung in Lebenswelten wie Kita und Schule einbezieht.

„Wir haben erreicht, dass Diabetes mellitus als eins von vier nationalen Gesundheitszielen Niederschlag im Präventionsgesetz erfahren hat. Ich persönlich bin stolz darauf, bei einem so wichtigen Schritt mitgewirkt zu haben. Wichtig ist jetzt, dass die Maßnahmen, die wir im Gesetz niedergeschrieben haben, konkret umgesetzt werden. Auch die Einführung einer Nationalen Diabetesstrategie, an der wir seit einem Jahr arbeiten, muss endlich auf den Weg gebracht werden“, fordert der Bundestagsabgeordnete Dietrich Monstadt.

 

Der Kampf gegen Diabetes ist aber nicht nur eine rein gesundheitspolitische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Diese müsse ressortübergreifend angegangen und umgesetzt werden. Das Thema Diabetes sei in der Politik angekommen und werde sehr ernst genommen. „Gesundheit ist das wohl wichtigste Gut, das der Mensch besitzt. Wir sollten alles daran setzten, diese zu erhalten“, so Dietrich Monstadt abschließend.